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ARBEITEN

MIT ICH:MEDIUM SCHAFFEN EDIN BAJRIć UND JESSIKA DIRKS EINEN WAHRHAFTIGEN UND ZUGLEICH KÜNSTLICHEN, KÜNSTLERISCHEN RAUM, IN WELCHEM RADIKALES HINSEHEN UNAUSWEICHLICH WIRD. DAS OBJEKT DER BETRACHTUNG IST ZUGLEICH SEIN SUBJEKT: DAS ICH. AUF DIESE WEISE WIRD DAS ICH MEDIUM: ICH:MEDIUM
ICH:
MEDIUM
2025
2026
MALEREI
SKULPTUR
FOTOGRAFIE
VIDEO


Zwei Künstler:innen, Jessika Dirks und Edin Bajrić, arbeiten seit Anfang 2025 und fortlaufend – in einem intensiven Dialog. Ihr gemeinsames Thema: DAS EIGENE ICH.
Die künstlerische Erforschung kreist um die Frage, was geschieht, wenn wir uns selbst radikal gegenübertreten. Welche Schichten, welche verborgenen Anteile, welche Abgründe, welche Zuschreibungen und Eigentlichkeiten treten zutage? Welche Stimmen verstummen, welche beginnen zu sprechen?
Das Projekt erforscht Körperlichkeit, Innerlichkeit und Fragmentierung. Es untersucht das ICH als Medium – als Objekt und zugleich Subjekt der Betrachtung. Die künstlerischen Arbeiten legen offen, wie Selbstbetrachtung zugleich künstlich, konstruiert und doch tief wahrhaftig sein kann.

















»Es werde Licht« ist eine intime Phänomenologie der allgegenwärtigen, im Dunkeln wütenden Repressionsgewalt der weiblichen* Scham – und zugleich ein Akt emanzipatorischer Befreiung.
es
werde
licht
2024
2025
2026
MALEREI
TEXT
SOUND
VIDEO


Es ist, als wäre ich mit einer Schuld geboren, als würde jedem Handeln etwas Unverzeihliches vorausgehen. Jeder Schritt, den ich wage, ist von Scham gezeichnet. Jeder Blick in den Spiegel. Jeder Blick in die Welt ist sehnsuchtsvoll. Will sich in die Unschuld eines anderen Lebens hineinwinden. Sich ganz in ihm verstecken. Aber schon bald zieht mich heraus, was mich überhaupt hat sehnen lassen. Diese Schuld. Diese immense Scham. Die all mein Dasein überschattet.







Mama streicht mir über’s Haar.
Und sieht Marceline an.
Gut ist,
wer schön ist.
Das perfekte Mädchen.
Das perfekte Lachen,
volles Haar,
glatte Haut.
So scrollen wir durch das Flimmern der Nacht.
Und jeder Mikrometer an uns
wird observiert.
Korrigiert.
du
sollst
schön
sein
2020
2021
2022
2023
2024
MALEREI
TEXT
SOUND





Wir leben im 21. Jahrhundert und der Male Gaze (der Blick des Mannes) bestimmt noch immer den Blick auf die Frau*: der Blick der Gesellschaft, des Mannes* und, was am schwersten wiegt, der Frau* selbst – auf sich und andere Frauen*. Es sind verurteilende, fordernde, verletzende Blicke. Es schwelt eine dauernde Scham über der eigenen Körperlichkeit, die Frau* in den Ketten des Patriachats hält und ununterbrochen ein hohes Maß an Ressourcen des Alltags, der eigenen Energie einfordert, Frau* schwächt, klein macht, klein hält. Es ist an der Zeit, die Ketten der Vergangenheit aufzubrechen, Frau* herauszulösen, freizumachen. Nicht durch einen gewaltsamen Akt, sondern durch eine liebevolle Hingabe zur eigenen Körperlichkeit – die Trost spendet und alte Wunden heilen lässt. Durch die Annahme der eigenen Körperlichkeit im Kontext der Selbst- und Fremdwahrnehmung der Frau* lässt sich das patriarchale System aufweichen.






